Zahnärztekammer Schleswig-Holstein - Pressemeldung

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Logo der Zahnärztekammer S.H.

Zwischen Hörsaal und Praxis

Zahnärztekammer Schleswig-Holstein bietet zahnmedizinische Fortbildung auf dem neuesten Stand der Technik

Pünktlich zum 25. Jahrestag seines Bestehens öffnet am 7. März 2007 das Heinrich-Hammer-Institut (HHI) im neuen Gebäude der schleswig-holsteinischen Zahnärztekammer in Kiel am Westring 496 seine Türen. Größer, moderner und mit neuester Technik ausgestattet, will die Fortbildungsakademie der schleswig-holsteinischen Zahnärzte den erfolgreichen Kurs am neuen Standort fortsetzen. Mit dabei: Prof. Dr. Dr. Werner Hahn, der als erster wissenschaftlicher Leiter die Geschicke des HHI von 1982 bis 2002 geleitet hatte und heute seinen 95. Geburtstag feiert. Zahlreiche prominente Gäste aus Politik, Verbänden und Zahnärzteschaft, unter ihnen Landtagspräsident Martin Kayenburg und Bundeszahnärztekammer-Vizepräsident Prof. Dr. Wolfgang Sprekels, gratulieren dem Jubilar und überzeugen sich vor Ort vom gelungenen Konzept des neuen Hauses.

Am Puls des zahnmedizinischen Fortschritts
Hans-Peter Küchenmeister, Präsident der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein, erläutert den Gästen in seiner Begrüßungsrede die große Bedeutung des HHI für Patienten und Zahnärzteschaft. Fortbildung erfreut sich bei den Zahnärzten und ihren Teams in Schleswig-Holstein eines sehr hohen Stellenwertes. Entsprechend viel Zeit und Geld stecken sie in die Aufgabe, sich wissenschaftlich auf dem neuesten Stand zu halten. Freizeit wird geopfert, Verdienstausfälle in Kauf genommen und die Seminargebühren für Ärzte und Teams geschultert. Die Nachfrage nach qualifizierten zahnmedizinischen Fortbildungen steigt seit Jahren stark an. Verzeichnete das HHI 1998 immerhin 2.161 Teilnehmer, so waren es 2005 bereits 3.743. Eine 2005 veröffentlichte Studie zur Fortbildung unter den Zahnärzten ergab, dass 66 % der Befragten im ersten Halbjahr mehr als neun Stunden, fast ein Viertel (22 %) sogar mehr als 30 Stunden in ihre Fortbildung investiert hatten. Die Spitzenreiter wenden damit durchschnittlich mehr als eineinviertel Stunden in jeder Arbeitswoche für ihre Fortbildung auf!

Fortbildung durch die Zahnärztekammer Schleswig-Holstein
Seit 25 Jahren stellt die Zahnärztekammer Schleswig-Holstein in ihrem eigenen Institut die nötigen Angebote bereit, um dieser Nachfrage zu entsprechen. Zusätzlich gibt es flächendeckende Vortragsfortbildungen überall in Schleswig-Holstein, jährlich eine bundesweit anerkannte Fortbildung auf Sylt. Im umfangreichen Kursprogramm im HHI werden ganzjährig für Zahnärzte/-innen und Zahnarzthelferinnen Seminare und praktische Kurse am Phantomkopf angeboten, die alle Gebiete der Zahn-, Mund-, Kieferheilkunde und des Praxisbetriebs abdecken. Seit 1992 bietet das HHI jungen Zahnärzten, die frisch von der Universität kommen, im Rahmen der Postgraduierten-Fortbildung die Möglichkeit, praxisnahe Erfahrungen zu sammeln, Praxismanagement zu lernen und sich fachlich zu spezialisieren. 2007 sind rund 200 Veranstaltungen für Zahnärzte und ihre Teams geplant. Die Anmeldungszahlen für das Frühjahrshalbjahr 2007 liegen bereits wieder über denen des Vorjahres.

Mehr als 1.500 Anmeldungen liegen vor, eine Zahl die umso beeindruckender ist, wenn man sie mit 1.887 niedergelassenen Zahnärzten vergleicht. Die Warteliste für ausgebuchte Kurse umfasst im Durchschnitt 200 Personen. Dr. Michael Brandt, Vizepräsident der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein und zuständig für den Bereich Fortbildung, freut sich über diese Zahlen: „Fortbildung ist eine der zentralen Aufgaben der Zahnärztekammer. Die große Nachfrage zeigt uns, dass wir mit dem HHI den damit verbundenen Anforderungen bestens gerecht werden.“

Moderne Technik – flexible Einsatzmöglichkeiten
Obwohl alle räumlichen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, konnten letztlich die bisherigen Raumkapazitäten mit der enormen Nachfrage nicht mehr Schritt halten. Deshalb wurde im Rahmen des Neubaus der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein ein großer Fortbildungskomplex geplant, der die vorhandenen Möglichkeiten deutlich ausweitet. Hier können Vorlesungen, praktische Übungen am Phantomkopf, Beobachtungen praktischer Behandlungsmethoden, aber auch Kammersitzungen und Tagungen stattfinden. Neben zusätzlichem Platz bietet das neue Gebäude viele technische Neuerungen. Flexible Seitenwände ermöglichen es, die Raumgröße jederzeit der jeweiligen Teilnehmerzahl anzupassen. Bis zu 196 Gäste kann das Haus aufnehmen, wenn alle Trennwände entfernt sind. Für Übungen am Phantom stehen 24 Plätze zur Verfügung. Eine Rückprojektionswand mit einer Bilddiagonale von 3,20 m sorgt dafür, dass alle Teilnehmer den medizinischen Demonstrationen im separaten Behandlungsbereich hinter Glas optimal folgen können. Es können Röntgenaufnahmen oder zusätzliche Informationen rund um die Behandlung projiziert und auch bei Tageslicht klar gesehen werden. Die Kommunikationstechnik wird von zentraler Stelle überwacht und gesteuert. Für jeden Besucher des HHI ist es möglich, den eigenen Laptop an seinem Arbeitsplatz mit dem Intranet des HHI oder mit dem Internet zu verbinden, um zusätzliche Informationen einzuholen und auf dem eigenen Gerät zu speichern. Internationale Konferenzschaltungen, z. B. mit Kapazitäten aus dem Ausland, sind technisch ebenfalls kein Problem.

Kooperationen
Bauherr des neuen Fortbildungszentrums ist das Versorgungswerk der Zahnärzte, die Rentenkasse der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein. Kooperationen bei der Durchführung der Fortbildungen und Offenheit für Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland gehören zum Selbstverständnis des HHI. Nicht nur Praxisteams und Zahnärzte, sondern auch die schleswig-holsteinischen Partnerorganisationen sind im Haus willkommen.

Geschichte des Heinrich-Hammer-Instituts
Die Gründung des HHI geht auf das Jahr 1981 zurück. Der Name ehrt Prof. Dr. Dr. Heinrich Hammer, der von 1947 bis 1960 Ordinarius für das Fach Zahn-, Mund und Kieferheilkunde an der Universität in Kiel war und von 1956 bis 1958 deren Rektor. Die offizielle Einweihung fand im Frühjahr 1982 in der Amtszeit des heutigen Ehrepräsidenten Dr. Horst Bremer statt. Auch damals Technik auf dem Stand der Zeit: mit Video ausgestatteter Hörsaal mit 55 Plätzen, ein Röntgenraum mit Dental-Röntgengerät und Panoramagerät für Aufnahmen des gesamten Kiefer- und Zahnbereiches, Räumlichkeiten für zahntechnische Arbeiten und Übungen in Mundgesundheitsvorsorge. Die wissenschaftliche Leitung des HHI übernahm als erster Prof. Dr. Dr. Werner Hahn, der zuvor Direktor der Abteilung Kieferchirurgie der Universitätszahnklinik Kiel war. Zwanzig Jahre lang leitete er die Geschicke des Hauses und entwickelte die Fortbildungskonzepte laufend fort. 2002 übergab er symbolisch den Schlüssel des HHI an seinen Nachfolger Prof. Dr. Dr. Franz Härle, der ihn 22 Jahre zuvor auch schon in der Position des Direktors der Kieler Zahn-, Mund und Kieferklinik abgelöst hatte.