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Seit nunmehr einem halben Jahrhundert ist die Fortbildungstagung der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein in Westerland auf Sylt eine feste Größe - und weit über die Grenzen des nördlichsten Bundeslandes hinaus von Rang. Grund genug, um in einem Interview zwischen dem Journalisten Frank Deppe und dem Vorstand für Fortbildung der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein, Dr. Michael Brandt ein wenig hinter die Kulissen einer Erfolgsstory zu schauen:
Herr Dr. Brandt, die Teilnehmerzahl ist Jahr für Jahr beeindruckend - was macht die Tagung über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus so attraktiv?
Kurz formuliert: Das stets praxisnahe Generalthema der Tagung und die Referentenauswahl.
Deppe: Wie erfolgen denn eigentlich die Auswahl des Themas und der Referenten?
Dr. Brandt: Das Thema erarbeite ich als der Verantwortliche. Im Fortbildungsausschuss der Zahnärztekammer erfolgt dann das Brainstorming zu einem ansprechenden Titel. In nur einer von mir moderierten Sitzung wird die Fortbildungswoche dann vom Ausschuss entwickelt: Themen- und Referentenvorschläge werden koordiniert und in die Wochenplanung integriert.
Deppe: Nach der Tagung ist vor der Tagung - wann beginnen die ersten Vorbereitungen?
Dr. Brandt: Gut zwei Jahre vor der Tagung wird das Tagungsthema festgelegt, kurz danach erfolgt die Referenteneinladung. Die meisten Referenten haben bei dieser vorausschauenden Planung noch keine weiteren Termine und sagen spontan zu.
Deppe: Die Fortbildung ist für die Teilnehmer ja nicht nur mit Blick auf das Programm interessant. Sicherlich spielt doch auch jener Faktor eine Rolle, dass während der fünf Tage genügend Zeit für kollegialen Austausch und persönliche Kontakte bleibt.
Dr. Brandt: Auf jeden Fall, es gibt mittlerweile richtiggehende Cliquen, die sich zur Tagung treffen - so erfuhr ich beispielsweise von einem etablierten Kolleginnentreffen auf dem letzten "Teamtreff". Unsere langjährigen Tagungsteilnehmer kennen sich oft persönlich und der kollegiale Erfahrungsaustausch beginnt ja schon morgens um 7 Uhr beim "Lauftreff".
Deppe: Welche Rolle spielt für die Veranstaltung der Reiz des Umfeldes der Insel Sylt?
Dr. Brandt: Zunächst macht es natürlich die Einladung der Referenten leichter. Nach Sylt eingeladen zu werden hat schon was, auch für Referenten aus dem Ausland. Sylt ist mit dem Flugzeug deutlich besser angebunden als etwa die Landeshauptstadt Kiel. Aber auch für die Teilnehmer ist der Tagungsort attraktiv. Denn spätestens bei der Anreise über den Hindenburgdamm lässt man den Praxisalltag hinter sich. Die frische Nordseeluft macht den Kopf frei, neue Ideen und Impulse aus der Fortbildung können besser verarbeitet werden.
Deppe: Gibt es einen hohen Prozentsatz von Stamm-Teilnehmern?
Dr. Brandt: Seit der Neukonzeption 2002 haben wir einen hohen Anteil von "Wiederholungstätern", die das Konzept überzeugt hat. Tatsächlich können wir sogar noch Teilnehmer begrüßen, die schon vor fünfzig Jahren dabei waren - ich nenne hier stellvertretend unseren langjährigen Präsidenten Dr. Horst Bremer.
Deppe: Hat sich im Laufe der Zeit eine Veränderung der Altersstruktur bemerkbar gemacht?
Dr. Brandt: Alter ist immer relativ. Aus unserer Sicht also eine eindeutige Antwort: Die anderen werden immer jünger...
Deppe: Abschließend ein Blick in die Zukunft der Fortbildungstagung: Wird es in den kommenden Jahren Neuerungen geben oder halten Sie am Bewährten fest?
Dr. Brandt: Mit unserem Konzept haben wir die Westerländer Fortbildung zur größten deutschen, wahrscheinlich sogar europäischen Fortbildungswoche für Zahnärzte ausgebaut. In jedem Jahr haben wir wieder Details optimiert und Neues ausprobiert - dass soll auch in Zukunft so bleiben. Es wird also weiterhin attraktive Neuerungen geben, um das bewährte Gesamtkonzept zukunftsfähig zu gestalten.