Zahnärztekammer Schleswig-Holstein - Pressemeldung

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Zahnärzte im Norden sparen bei Investitionen und setzen auf Fortbildung

Nach Daten des aktuellen Praxisbarometers der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein wollen fast 40 Prozent der Praxisinhaber ihre Aufwendungen für Investitionen reduzieren. Die geringe Investitionsfreude der Zahnärzte in Schleswig-Holstein zeigt, wie unsicher viele Praxisinhaber ihre berufliche Zukunft einschätzen.

Jeder achte befragte Zahnarzt zwischen Nord- und Ostsee gab an, akut gar nicht zu investieren. 46 Prozent werden genauso viel wie sonst aufwenden, doch nur 13,6 Prozent der Praxisinhaber wollen ihre Aufwendungen für Investitionen erhöhen.

Für Kammerpräsident Hans-Peter Küchenmeister ist die Zurückhaltung der Kollegen ein klares Indiz für die unsichere wirtschaftliche Situation der Praxen. "Das hat nichts mit der vorübergehenden Finanzkrise zu tun, sondern mit der jahrelangen politischen Unsicherheit in der Gesundheitspolitik. Ohne verlässliche Rahmenbedingungen lassen sich größere Investitionen nur schwer tätigen. Diese Rahmenbedingungen aber liefert uns die Politik nicht," sagt Küchenmeister. "Wir warten seit Jahrzehnten auf eine Gebührenreform, die uns Planungssicherheit verschafft. Das unverschämte Angebot einer 0,46-prozentigen Erhöhung der privaten Gebührenordnung durch das Bundesgesundheitsministerium nach 21 Jahren Stillstand trägt nicht zur Motivation bei."

Investitionen der Zahnärzte

Umfrageergebnisse des Praxisbarometers Nr. 9 der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein (November 2008): Investitionsabsichten

Das Praxisbarometer zeigt auch, wo die Zahnärzte trotz der Sparzwänge nicht auf Investitionen verzichten: Bei Fortbildung und Qualifizierung. Rund 70 Prozent der Praxen werden hierfür Mittel aufwenden.

Zum Vergleich: In Praxiseinrichtung und -gestaltung wollen nur 45 Prozent investieren, 39 Prozent in das Instrumentarium für neue Behandlungskonzepte.

Die Kommentare der Kollegen zeigen, dass Sparen für sie kein Selbstzweck, sondern Folge der wirtschaftlichen Situation ist. "Ich würde gerne, aber finanziell ist es derzeit nicht möglich", "habe noch genügend Verbindlichkeiten", "wovon soll man seine Investitionen bezahlen" oder "ich habe zunehmend weniger Vertrauen, dass Investitionen sich längerfristig lohnen" lauteten typische Kommentare. Dabei ist die Einsicht, dass Investitionen sinnvoll sein können, durchaus vorhanden, wie dieser Kommentar zeigt: "Investition bedeutet Fortschritt."

Berufliche Stimmung

Umfrageergebnisse des Praxisbarometers Nr. 9 der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein (November 2008): Berufliche Stimmung

Passend zur zurückhaltenden Investitionsbereitschaft fielen die Antworten zur allgemeinen beruflichen Stimmungslage durchwachsen aus. Nur jeder fünfte Zahnarzt bezeichnet seine berufliche Stimmungslage als gut oder sehr gut. Die Mehrheit der Kollegen benotet die eigene Stimmung mit den Schulnoten drei oder vier. Für 20 Prozent ist die Lage schlecht oder mies.