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(ZÄK SH) Mit über tausend Teilnehmern ist die Seminarwoche der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein nicht nur eine der wichtigsten, sondern auch traditionsreichsten Fachtagungen bundesweit: Seit bereits 47 Jahren halten die Zahnärzte dem Nordseebad Westerland auf Sylt die Treue. Dort dreht sich vom 9. bis 13. Mai alles um das Thema "Minimalinvasive Zahnmedizin": 15 Experten - anerkannte Hochschullehrer und herausragende Praktiker - beleuchten dabei die verschiedensten Aspekte um die schonende Patientenbehandlung. Angefangen von Vorsorge-Konzepten der Zahnerhaltung über moderne chirurgische Verfahren bis hin zu minimalinvasiven Konzepten in der Implantologie.
Neben den zahlreichen Vorträgen und Kursen für die Zahnärzte und ihre Helferinnen rundet ein Rahmenprogramm die Tagung ab - angefangen vom morgendlichen Lauftreff bis hin zum abendlichen Get-Together. Darüber hinaus sind wieder zahlreiche Dental-Aussteller im Foyer des Westerländer Veranstaltungszentrums mit Informationsständen präsent.
Im Rahmen der Tagungseröffnung erklärte Kammerpräsident Hans-Peter Küchenmeister unter dem Beifall des Auditoriums: "Wir bemühen uns um minimalinvasive Therapien, um Eingriffe am Patienten so gering wie möglich zu gestalten, um den Patienten zu schonen! Doch wer schont uns? Wir Zahnärzte erleiden maximalinvasive Eingriffe der Politik und des Bundesgesundheitsministeriums in unsere Selbstverwaltung, in unsere Praxisabläufe, in das Vertrauensverhältnis zwischen unseren Patienten und uns. Die Folgen sind: Wachsende Auflagen, wachsende Bürokratie und wachsende Einkommenseinbrüche für die Praxen."
Hans-Peter Küchenmeister warnte zugleich davor, die Zahnmedizin in getrennte Fachbereiche zu gliedern. "Der Zahnarzt ist ein Facharzt. Partielle Subspezialisierung durch strukturierte Fortbildung ist für manche Therapieanforderung sinnvoll. Fatal wäre eine totale Sektorisierung der Zahnmedizin in getrennte Fachbereiche mit multiplen Fachzahnarztanerkennungen. Solche Verhältnisse nützten weder der Zahnärzteschaft noch den Patienten." Ein klares Bekenntnis für den umfassend tätigen Hauszahnarzt.
Als Gastredner lobte der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Prof. Dr. Wolfgang Sprekels den Fortbildungswillen der Zahnärzteschaft. Nach einer Studie des Instituts der Deutschen Zahnärzte haben allein im Halbjahr 2004 über 92 Prozent der Zahnärzte eine Fortbildungsveranstaltung besucht. Der große Zuspruch der Fortbildung in Westerland sei ein weiteres Indiz für das Engagement des Berufsstands, unterstrich Sprekels.