Zahnärztekammer Schleswig-Holstein

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Gesundheitstipps

Der neue "Zahnärztliche Kinderpass" ist da!
Weichenstellung für gesunde Kinderzähne

(Januar 2004) Gesunde Milchzähne sind Voraussetzung für ein gesundes Erwachsenengebiss. Sie sind Platzhalter für die bleibenden Zähne und prägen ganz entscheidend die Entwicklung von Ober- und Unterkiefer.

Dr. Michael Brandt, Vorstandsmitglied und Prophylaxeexper-te der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein erinnert deshalb an den weiterentwickelten "Zahnärztlichen Kinderpass". Verantwortungsbewussten Eltern wird damit ein probates Mittel in die Hand gegeben, die Zahn- und Mundgesundheit ihrer Sprösslinge nachhaltig zu schützen. Diesen Pass gibt es jetzt bei schleswig-holsteinischen Zahnärzten, damit den Kids die Chance auf ein zahngesundes Leben gegeben wird.

Zahngesundheitsvorsorge sollte so früh wie möglich einsetzen, am besten schon während der Schwangerschaft. Karies, so weiß man heute, ist nämlich eine Infektionskrankheit, deren Erreger durch den Speichel übertragen werden. Der "Zahnärztliche Kinderpass" sieht deshalb auch zwei Untersuchungen für die werdende Mutter vor, um das Übertragungsrisiko zu minimieren.

Für das Kind selbst sieht der Kinderpass im Alter von einem halben Jahr bis sechs Jahren elf Vorsorgeuntersuchungen vor. Schritt für Schritt begleitet der Zahnarzt während dieser Zeit die gesunde Entwicklung des Kiefers und der Milchzähne. Altersgerechte Mundhygiene ist genauso ein Thema wie zahngesunde Ernährung und die Verabreichung von Fluoriden. Diese machen nämlich den zarten Zahnschmelz hart und damit widerstandsfähig gegen Kariesbefall.

Auch das Thema Lutschgewohnheiten ist in den "Zahnärztlichen Kinderpass" aufgenommen worden. Lutschgewohnheiten führen zu Zahnstellungsanomalien und zu zeitintensiven Zahnregulierungen in späteren Jahren. Zahnfehlstellungen können zudem auch Sprachstörungen, Nackenverspannungen und sogar Verdauungsstörungen zur Folge haben.

Im Anschluss an die Untersuchungen im Zahnärztlichen Kinderpass hat der kleine Patient ab dem sechsten Lebens-jahr dann Anspruch auf besondere individuelle Vorsorgemaßnahmen. Verantwortungsbewusste Eltern nutzen Vorsorgeleistungen für ihre Kinder und schaffen ihnen damit eine feste Grundlage für gesunde Zähne ein Leben lang.

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren sind übrigens von der sogenannten "Praxisgebühr" befreit.

Langfassung des Textes

Der neue "Zahnärztliche Kinderpass" ist da!
Weichenstellung für gesunde Kinderzähne

(Januar 2004) "Du solltest den Löffel lieber nicht ablecken" riet Yvonne ihrer Freundin, als sie dieser beim Füttern des Babys zusah. "Ich habe gerade von meinem Zahnarzt erfahren, dass Karies ansteckend ist."

Yvonne war schwanger und jetzt bereits im Besitz des Zahnärztlichen Kinderpasses, der auch zwei Vorsorgeuntersuchungen für die werdende Mutter vorsieht. Tatsächlich nämlich gilt Karies als Infektionskrankheit, deren Erreger durch den Speichel übertragen werden. Deshalb muss der Mundgesundheitszustand der Eltern, besonders der Mutter als engsten Bezugsperson, rechtzeitig überprüft werden, rät Dr. Michael Brandt, Vorstandsmitglied und Prophylaxeexperte der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein. Das Übertragungsrisiko auf das Baby wird dadurch auf ein Minimum begrenzt.

Für das Kind sieht der von Brandt weiterentwickelte "Zahnärztliche Kinderpass" elf Vorsorgeuntersuchungen im Alter von einem halben Jahr bis sechs Jahren vor. Der zahnmedizinischen Wissenschaft ist es gelungen, nicht nur der Ursache von Karies und Zahnbetterkrankungen auf den Grund zu gehen, sondern auch deren Entstehung durch systematische Vorsorge gezielt zu vermeiden.

Vorsorge bezieht sich nicht nur auf das bleibende Gebiss, sondern vielmehr noch auf die Milchzähne, denn sie sind etwas ganz Besonderes. Gesunde Milchzähne sind die Voraussetzung für ein gesundes Erwachsenengebiss. Sie sind Platzhalter für die bleibenden Zähne und prägen ganz entscheidend die Entwicklung von Ober- und Unterkiefer.

Leider jedoch haben Kinderzähne viele Feinde, von denen Zucker wohl der ärgste ist. Doch auch Lutschgewohnheiten, falsche Ernährung oder mangelnde Mundhygiene können zum vorzeitigen Verlust der Milchzähnchen führen und den daraus resultierenden verheerenden Folgen für das Erwachsenengebiss.

Gesundbegleitung Schritt für Schritt

Bei den Untersuchungen, die der "Zahnärztliche Kinderpass" vorsieht, wird Schritt für Schritt die gesunde Entwicklung des Kiefers und der Milchzähne begleitet. Dabei ist die altersgerechte, professionelle Mundhygiene genauso ein Thema wie eine zahngesunde Ernährung. Auch Fluoridgaben sind bei den zahnärztlichen Frühuntersuchungen vorgesehen, denn sie machen den Zahnschmelz hart und widerstandsfähig gegen Kariesbefall. Fluoride werden in Form von Gel oder Lack auf die Zahnoberflächen aufgetragen. Eine solche Behandlung kann bereits zu einem Kariesrückgang von bis zu 50 % führen.

Damit Lutschgewohnheiten nicht zu Zahnstellungsanomalien führen und zu zeitintensiven Zahnregulierungen in späteren Jahren, wird der Zahnarzt die gesunde Entwicklung des Kiefers genau im Auge behalten.
Als positiver Nebeneffekt wird in dem kleinen Patienten durch die zahnärztlichen Frühuntersuchungen das Selbstverständnis regelmäßiger Zahnarztbesuche geweckt und gestärkt. Eltern können erheblich dazu beitragen, dass das Kind den Besuch in der Praxis positiv erlebt. Niemals darf mit dem Gang zum Zahnarzt gedroht werden und Begriffe wie Angst, Schmerzen, Bohrer und Spritze sind in jedem Fall zu vermeiden.

Mit sechs schon viel gelernt

Wenn die letzte Untersuchung im Zahnärztlichen Kinderpass ansteht, ist das Kind sechs Jahre alt. In puncto Zahngesundheit hat das Kind eine Menge gelernt. Das Nuckeln an Daumen oder Zipfeln hat es sich abgewöhnt; es empfindet regelmäßige Zahnarztbesuche als völlig normal und ist mit der Atmosphäre in der Zahnarztpraxis vertraut.
Das Kind weiß um die Gefahr, die von Zucker ausgeht und hat mit Sicherheit auch schon mit dem dicken "Zahnmännchen mit Schirm" Bekanntschaft gemacht. Dies ist das Logo für zahnfreundliche Süßigkeiten, die nachweislich keine Karies verursachen.
Das Kind putzt sich regelmäßig nach jeder Mahlzeit die Zähne, besonders dann, wenn diese zuckerhaltig war. Hier allerdings sollten die Eltern noch ein paar Jahre Kontrollfunktionen ausüben, denn gründlich Zähneputzen heißt, wirklich jede Fläche jedes Zahnes gründlich von Speiseresten und Belägen zu befreien. Diese Technik zu beherrschen bedarf bei Kindern einige Jahre Übung.

Vom sechsten bis zum vollendeten 17. Lebensjahr haben Kinder und Jugendliche dann Anspruch auf besondere individuelle Vorsorgemaßnahmen beim Zahnarzt. Auch hier tun Eltern gut daran, ihre Kinder dazu anzuleiten. Schließlich tragen sie so lange die Sorge für die Gesundheit ihrer Kinder, bis diese selbst die Verantwortung dafür übernehmen können. Sprechen Sie doch mal mit Ihrem Zahnarzt darüber.

Übrigens müssen Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr bei Inanspruchnahme von Leistungen keine sogenannte "Praxisgebühr" entrichten.